Mobiltät im Ambulanten Pflegedienst mal anders

Die Diakoniestation Südlicher Kraichgau e.V. nutzt für einige ihrer Pflegetouren in Spitzenzeiten ein Elektroauto des Carsharing-Anbieters Stadtmobil. Die Diakoniestation ist dabei ein sogenannter „Ankermieter“. Das bedeutet, dass das Fahrzeug vormittags für die Pflegetouren reserviert ist und die Diakoniestation einen Großkundenrabatt für die Nutzung erhält. 

Motivation und Ziel

Die Sozialstation stand vor der Frage, ein zusätzliches Fahrzeug zu leasen oder zu kaufen oder als Ankermieter die Partnerschaft mit Stadtmobil einzugehen. Auf diese Weise erhielt auch das kleine Sulzfeld ein (Elektro-)Carsharing-Fahrzeug.

Ziel war es, durch die Nutzung eines Elektro-Carsharing-Fahrzeuges eine Vorreiterrolle einzunehmen, die Anschaffung eines zusätzlichen eigenen Fahrzeuges überflüssig zu machen und dabei gleichzeitig keine Mehrausgaben im Vergleich zum Kauf oder Leasing eines eigenen Fahrzeuges zu haben.

Effekte

Wir gingen davon aus, dass die meisten MitarbeiterInnen bereit sind, das Fahrzeug zu nutzen und dass die Kosten für die Nutzung die Anschaffung eines eigenen Fahrzeuges überflüssig macht.

Tatsächlich waren die MitarbeiterInnen zunächst sehr zögerlich, wenn es darum ging das neue Fahrzeug zu nutzen. Mittlerweile nutzen es 80% der MitarbeiterInnen gerne bis begeistert. Die Nutzung des Elektro-Carsharing-Autos ist damit eine gute Möglichkeit für die MitarbeiterInnen, das zunächst etwas ungewohnte Fahren mit dem E-Auto erstmalig kennen- und schätzen zu lernen.

Durch die Nutzung des Carsharing-Fahrzeuges kann auf ein eigenes Fahrzeug verzichtet werden, dafür sind die Kosten pro Nutzungsstunde höher. Insgesamt halten sich Einsparungen und Mehrkosten die Waage. 

Ist die Idee übertragbar auf den privaten Bereich?

Ja, für alle, die ihren Erst- oder Zweitwagen nicht täglich brauchen und die im Jahr nicht mehr als 15.000 Kilometer fahren, lohnt sich Carsharing, wenn es einen Anbieter in Wohnortnähe gibt.

Tipps für Nachahmer

Für Sozialstationen: Falls in ihrer Region kein Carsharing existiert, sprechen Sie doch einfach mal Anbieter aus der Nähe an und bekunden Sie Ihr Interesse an einer Partnerschaft. Für einen Carsharing-Anbieter kann eine Kooperation mit einem „Ankermieter“ den entscheidenden Schritt zur Wirtschaftlichkeit bedeuten. Sollten Sie Elektro(Carsharing)-Fahrzeuge beschaffen oder anmieten, nehmen Sie sich unbedingt genug Zeit, um die MitarbeiterInnen mit dem neuen Fahrgefühl vertraut zu machen!

Für Privatpersonen: Carsharing kann jeder nutzen, der Fahrzeuge in der Nähe des Wohnortes hat und bei einem Anbieter angemeldet ist. Probieren Sie es einfach mal aus. Es kann sich auch lohnen durchzurechnen, ob damit ökonomisch sinnvoll ein eigenes Fahrzeug ersetzt werden kann.

Unterstützung durch das Projekt Öko-fair-soziale Beschaffung

Sie haben Fragen zu den Themen Carsharing und Elektromobilität und möchten wissen, was alles möglich ist? Gerne berät Sie die Servicestelle „Öko-fair-soziale Beschaffung“ auch zu diesem Thema. Erste Informationen finden Sie auch auf unserer Homepage www.wir-kaufen-anders.de in der Rubrik „Anders handeln“.

Erfolgsgeschichte Diakoniestation südl. Kraichgau