Fahr Rad


"Keine andere Erfindung verbindet das Angenehme so sehr mit dem Nützliche wie das Fahrrad" soll schon Adam Opel gesagt haben. Und richtig, das Fahrrad bietet gegenüber den anderen Verkehrsmitteln viele Vorteile: bis zu einer Entfernung von fünf Kilometern ist es das schnellste Verkehrsmittel, es spart eine Menge Geld, schont die Gesundheit und schützt die Umwelt und das Klima. Auf der anderen Seite sorgen Verkehrsstaus, Lärm, Parkdruck, Luftverschmutzung und Unfälle für Frust. Kein Wunder, dass es mittlerweile voll im Trend liegt, (sich) wieder häufiger auf's Rad zu setzen.

Aber was, falls die täglichen Entfernungen für den Weg zur Arbeit, zum Einkaufen oder in der Freizeit nicht gerade zum Pendeln mit dem Rad einladen? Haben Sie schon einmal über ein Pedelec nachgedacht? Das sind Fahrräder, die das Treten mit einem Elektromotor und einem Akku unterstützen. Im Gegensatz zu Elektroautos sind Elektrofahrräder längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen, ganz ohne Förderprämie. Der Motor sorgt für garantierten Rückenwind und lässt Sie auch auf längeren Distanzen entspannt und unverschwitzt ankommen. Machen Sie doch einmal einen Test bei Ihrem lokalen Fahrradhändler!

Ein häufiges Vorurteil gegen das Fahrrad vor allem beim Einkaufen: zu wenig Platz. Tatsächlich ist die Sorge meist völlig unbegründet. Die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern hat den Test gemacht und sich die Einkäufe von Baumarkt- und Supermarktkunden angeschaut. Das Ergebnis: In 80% der Fälle passten die Einkäufe in einen normalen Fahrradkorb. In weiteren 14% hätten die Einkäufe mit Packtaschen, einem Anhänger oder Lastenfahrrad erledigt werden können. Nur in den verbleibenden 6% der Fälle war tatsächlich ein Auto nötig. Und dabei muss es nicht mal immer das eigene sein.

Probieren Sie es doch einfach mal aus und machen Sie den Selbstversuch. Nehmen Sie sich vor, einen bestimmten Zeitraum auf das Auto zu verzichten und insbesondere das Fahrrad zu nutzen. Auch wenn es nicht immer klappen mag - wenn Sie dadurch merken, dass Sie das ein oder andere Ziel mit dem Rad schneller und bequemer erreichen können, ist das bereits ein Gewinn. Egal ob eine Woche oder sogar einen ganzen Monat - sie werden erstaunt sein, für wie viele Wege und in wie vielen Situationen sich das Fahrrad besser eignet als das Auto. Also, steigen Sie um - beziehungsweise auf!

 

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Wissenswertes


Fahrradstädte

In Kopenhagen und den meisten niederländischen Städten ist das Fahrrad längst das wichtigste Verkehrsmittel. Der hohe Radverkehrsanteil kommt nicht von ungefähr: die Stadtplaner bemühen sich dort seit Jahren, die Belange der Radfahrer konsequent zu berücksichtigen und sind damit offenbar sehr erfolgreich. Um es mit den Worten des dänischen Stadtplaners Jan Gehl zu sagen: "Wer Straßen säht, wird Autos ernten, wer Radwege säht, wird Radfahrer ernten."

Gute Gründe fürs Radfahren

Nirgendwo sonst wird der Erfolg des Radverkehrs so gut untersucht wie in Kopenhagen. Regelmäßig werden die Kopenhagener auch gefagt, warum Sie mit dem Rad fahren. Auf Platz 1: Weil's mit dem Rad am schnellsten geht. Erst danach kommen Kostenvorteile, die eigene Gesundheit und schließlich auf dem letzten Platz: Die Umwelt.

 

Schneller ans Ziel kommen

Häufig unterschätzen wir die Zeit, die wir mit dem Auto benötigen und überschätzen die, die wir für die gleiche Strecke mit dem Rad brauchen würden. Dabei ist das Fahrrad bis zu einer Distanz von etwa 5 Kilometern das schnellste Verkehrsmittel, mit dem Pedelec sind es sogar durchschnittlich 9 Kilometer.

Radfahren macht gesund

Zunehmender Bewegungsmangel führt zusammen mit ungesunder Ernährung zu Krankheiten wie Übergewicht, Bluthochdruck und damit verbundenen Folgekrankheiten wie Herz- Kreislauferkrankungen und Diabetes. Tägliches Radfahren kann das Risiko, daran zu erkranken, deutlich verringern. Auch für Unternehmen sind radfahrende Mitarbeiter*innen ein Vorteil: eine niederländische Studie belegt, das fahrradfahrende Pendler*innen im Schnitt einen Arbeitstag weniger pro Jahr fehlen.

Radfahren macht glücklich

Radfahren hält nicht nur gesund, sondern macht auch glücklich! Eine britische Studie kam zu dem Ergebnis, dass Radfahrer das Fahrrad als ebenso flexibel und bequem empfinden wie Kfz-Pendler das Auto, gleichzeitig aber weniger Stress und mehr Freiheit und Entspannung empfinden.

Radfahren und Klimaschutz

Ähnlich wie bei der Energieerzeugung brauchen wir eine Mobilitätswende, wenn wir unsere Klimaschutzziele erreichen wollen - die Nutzung von Elektroautos allein reicht dafür nicht aus. Glücklicherweise gibt es erste gute Beispiele, wie dies gelingen kann. Kommunen erkennen zunehmend, dass das Auto in der Stadt der Zukunft eine untergeordnete Rolle spielen wird und dass immer mehr Menschen zu Fuß oder mit dem Rad erleben möchten. Unterstützen Sie diesen Trend, indem Sie sich so oft wie möglich aufs Rad setzen und mit gutem Beispiel voranradeln.

Pedelecs

Nach wie vor boomt der Verkauf von Pedelecs, also von Fahrrädern mit Elektrounterstützung. Die Vorteile dieser Räder liegen auf der Hand: die Unterstützung mit einem Motor erlaubt deutlich längere Distanzen und macht es auch älteren oder untrainierteren Personen möglich, wieder mehr Rad zu fahren. Man erreicht auch weiter entfernte Ziele unverschwitzt, auch bergiges Terrain ist damit kein Problem mehr. Damit wird Radfahren für mehr Menschen und in mehr Gebieten zur echten Alternative.

Spezialräder

Es gibt eine ganze Reihe von Spezialrädern, die Radfahren für alle möglichen Personengruppen und viele Einsatzzwecke erschließen. Lastenräder helfen dabei, auch mit mehreren Kindern umweltfreundlich unterwegs zu sein. Viele Senioren greifen inzwischen auf dreirädrige Lastenräder zurück, um im Ort auch im hohen Alter mobil sein zu können. Die Mitnahme von Falträdern ist in allen Bussen und Bahnen und zu jeder Tageszeit kostenlos möglich. Sogenannte Handbikes erlauben es selbst querschnittgelähmten Menschen auf drei Rädern unterwegs zu sein. Und aus Kopenhagen kommend findet man nun auch in Deutschland die ersten Senioren-Rikschas.

Radschnellwege

Mittlerweile wird mit ersten Erfolgen daran gearbeitet, auch Pendler aus dem Umland für das Pendeln von weiteren Strecken mit dem Fahrrad zu begeistern. Mit sogenannten Radschnellwegen sollen die Bewohner aus den Vororten auf breiten, kreuzungsfreien Radwegen auch über Distanzen bis 25 Kilometer zum Pendeln mit dem Rad bewegt werden. Auch in Deutschland, wo zum Beispiel der Radschnellweg Ruhr auf einer Länge von 110 Kilometern täglich 50.000 Autofahrten ersetzen soll.

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