Grabsteine

Wenn sich Angehörige mit der Entscheidung über einen Grabstein beschäftigen müssen, machen sie sich meistens Gedanken über Material, Form, Farbe, Bearbeitung, Schrift und Symbole. Üblicherweise entscheidet man sich beim Material für Natursteine. Dabei wird wahrscheinlich eher seltener darüber nachgedacht, wo der Stein herkommt. Zwei Drittel aller Grabsteine kommen aus indischen Steinbrüchen, in denen 150.000 Kinder arbeiten. Die Arbeitsbedingungen sind unzumutbar, die Entlohnung alles andere als gerecht, von den gesundheitlichen Folgen durch die harte Arbeit und Staubbleastung erst gar nicht zu reden. Und dennoch sind politische Bemühungen, solche Grabsteine in den Friedhofsverordnungen grundsätzlich zu verbieten, bisher gescheitert. Was kann man also als Angehöriger eines verstorbenen Familienmitgliedes tun, um den Kauf eines Grabsteines aus Kinderarbeit zu vermeiden? Wie bekommt man verlässliche Informationen über die Herkunft der Steine? Gibt es eine zuverlässige Kennzeichnung wie beispielsweise bei Fair Trade-Produkten? Da es in Deutschland keine einheitliche Regelung gibt, muss jeder einzelne aktiv werden und sich vor Ort informieren, idealerweise vor Eintreten eines Trauerfalles.

Ein gutes Beispiel

Die Stadt Leipzig wird als Fairtrade-Town unter dem Motto "Grabmale aus fairer Produktion" eine Informationskampagne starten, um so das Thema stärker ins Bewusstsein zu rücken. Ein gutes Beispiel dafür, dass auch ohne allgemeine gesetzlichen Rahmenbedingungen, Veränderungen möglich sind.


Natursteine aus Deutschland

Es gibt in Deutschland nicht mehr viele Anbieter von heimischen Natursteinen, da die günstigeren Importe die heimischen Anbieter vom Markt verdrängt haben. Fragen Sie Ihren Steinmetz vor Ort, ob er Natursteine aus heimischer Produktion anbietet, beziehungsweise oder ob er durch Siegel und Zertifikate nachweisen kann, dass die Steine nicht aus Kinderarbeit stammen.

Grabstein-Recycling

Was passiert eigentlich mit den Steinen ehemaliger Gräber? Auch hier lohnt es sich, bei der Friedhofsverwaltung oder dem Steinmetz einmal nachzufragen, ob man Altsteine beziehen und umgestalten kann.

Nichts vergessen

Auf dieser Internetseite www.nichtsvergessen.de können Sie kostenlos die Broschüre "Nicht(s) vergessen. Gut vorbereiten auf die letzte Reise" bestellen. „Nicht(s) vergessen“ ist eine gemeinsame Initiative der Evangelischen Kirchen und Diakonischen Werke in
Baden und Württemberg sowie im Rheinland.

Nachhaltige und faire Grabsteine erkennen Sie an folgenden Siegeln:


©Xertifix

Xertifix e.V.

XertifiX lässt seit dem Jahr 2006 Steinbrüche und Natursteinbetriebe in Indien kontrollieren, seit 2014 in China und Vietnam. Mit den Kontrollen wird die Einhaltung des XertifiX-Standards überprüft. Dadurch stellt XertifiX sicher, dass keine ausbeuterische Kinderarbeit oder Sklavenarbeit stattfinden, alle ILO-Kernarbeitsnormen eingehalten werden, die Arbeitsbedingungen der erwachsenen Arbeiter schrittweise verbessert und grundlegende Umweltschutzmaßnahmen eingehalten werden. Wenn die Anforderungen erfüllt werden, können die importierten Natursteine von XertifiX zertifiziert werden. Es werden nicht nur die VErarbeitungsbetriebe kontrolliert, sondern auch die Steinbrüchen, in der Regel zweimal pro Jahr.

©Fair Stone

Fair Stone e.V.

Fair Stone ist der internationale Sozial- und Umweltstandard für Natursteinimporte aus Entwicklungs- und Schwellenländern. Natursteinimporteure - die Fair Stone Partner - setzen den Standard in ihren Lieferketten um und verbessern so die Arbeitsbedingungen in steinverarbeitenden Betrieben und Steinbrüchen. Kunden - Kommunen und private Käufer - können mit dem Kauf von Fair Stone Natursteinprodukten wie Pflastersteinen, Bordsteinen oder Platten dazu beitragen, die Arbeitsbedingungen in China, Vietnam und Indien zu verbessern. Mit steigender Nachfrage können auch Lieferketten aus anderen Ländern nach dem Fair Stone Standard gestaltet werden.