Wertschätzung von Lebensmitteln


In vielen Gemeinden ist es üblich, dass an Erntedank der Altar reichlich mit Obst, Gemüse, Brot und anderen Lebensmitteln geschmückt wird. Wir danken Gott für die reiche Ernte und für die Vielfalt an Lebensmitteln, welche seine Schöpfung für uns bereithält. Leider zeigt sich, dass im Alltag die Wertschätzung für die Lebensmittel zu kurz kommt. Durchschnittlich werden in Deutschland jährlich mindestens 75 kg Lebensmittel pro Person weggeworfen. Und das, obwohl ein großer Teil davon eigentlich noch verzehrfähig wäre. Dazu kommen die Abfälle, die im Anbau, bei Transport und Verarbeitung, sowie im Handel anfallen. Wir sind es inzwischen gewohnt, nur gerade gewachsene Gurken zu essen und beim Bäcker auch kurz vor Ladenschluss noch volle Regale zu finden. Das alles trägt zu den gigantischen Abfallmengen bei. Um auch als Kirchengemeinde ein Zeichen für die Wertschätzung von Lebensmitteln zu setzen, haben wir im Folgenden ein paar Tipps und Vorschläge für Aktionen, die sich gut und gerne rund um Erntedank oder auch sonst im (Kirchen-)Jahr umsetzen lassen. Mehr Informationen zum öko-fair-sozialen Einkauf von Lebensmitteln finden Sie auf unserer Themenseite.

 

Tipps und Anregungen


Auf der Internetseite des Ministerium für den ländlichen Raum und Verbraucherschutz finden Sie weitere wertvolle Informationen.

Außerdem haben wir für Ihren Gemeindebrief eine Vorlage zum Thema bereit gestellt für Sie. Diese finden Sie unter https://wir-kaufen-anders.de/anders-handeln/gemeindebriefvorlagen/

Mitnehmbeutel

Nicht immer lässt sich vorhersagen, wie viel Essen bei einer Veranstaltung benötigt wird. Um deutlich zu machen, dass Reste mitnehmen erwünscht ist, können Sie z.B. Brötchentüten gleich mit dazu legen oder schon auf der Einladung darum bitten, entsprechende Gefäße mitzubringen.

Gemeinsam ernten

Auf vielen öffentlichen, kirchlichen oder privaten Grundstücken stehen Obstbäume, die nicht geerntet werden. Laden Sie die Gemeinde zu einer gemeinsamen Ernteaktion ein. Im Anschluss können Sie z.B. Streuobstsaft pressen lassen, der in der Gemeinde verkauft werden kann.

Einkaufen mit Plan

Auch für den Lebensmitteleinkauf in der Gemeinde gilt: Nur kaufen, was wirklich benötigt wird. Gerade bei größeren Veranstaltungen sollte die benötigte Menge gut kalkuliert werden. Entweder mit entsprechender Erfahrung oder mit dem Partyplaner von "zugutfuerdietonne.de".

Schnippeldisko

Krumme Gurken, zweibeinige Karotten: Solche Gemüse werden zumeist schon auf dem Bauernhof aussortiert, weil sie als nicht verkaufsfähig gelten. Fragen Sie direkt beim Bauern danach, engagieren Sie ein paar Freiwillige und kochen Sie daraus eine leckere Suppe, z.B. für das Gemeindefest. Mit guter Musik auch als Jugendevent erfolgreich getestet (daher „Disko“).

Foodsharer werden

Gerade in Gemeinden, in denen öfter noch verzehrfähige Lebensmittel anfallen, kann eine Registrierung als Foodsharer/-saver interessant sein. Im Foodsharing-Netzwerk werden übriggebliebene Lebensmittel kostenlos weitergegeben. Alternativ kann auch eine Zusammenarbeit mit lokalen Tafeln oder ähnlichen Einrichtungen sinnvoll sein. 

Das MHD richtig lesen

Das Mindesthaltbarkeitsdatum gibt an, wie lange der Hersteller den verzehrfähigen Zustand garantiert. Abgelaufene Produkte müssen also nicht weggeschmissen werden: Wenn Aussehen, Geruch und Geschmack noch ok sind, können diese bedenkenlos gegessen werden. Nur Produkte mit Verbrauchsdatum (z.B. Hackfleisch) sollten nach Ablauf des Datums unbedingt entsorgt werden.

 

Einmachkurs

Junge Leute bauen wieder Obst und Gemüse an („urban gardening“), ältere Leute wissen noch, wie man die Ernte haltbar macht. Bringen Sie beide zusammen zu einem Kurs übers Marmeladekochen, Gemüse einmachen, Obst dörren etc. So kommen die ganzen Köstlichkeiten sicher durch den Winter.

Informieren

Praktische Tipps für einen wertschätzenden Umgang mit Lebensmitteln haben wir Ihnen in unserer Gemeindebriefvorlage zusammengestellt. Damit können Sie Ihre Gemeinde zum Thema informieren und sensibilisieren.

Richtig lagern

Damit Lebensmittel lange verzehrfähig bleiben, sollten sie richtig gelagert werden. Umfangreiche Tipps dazu finden sich unter www.zugutfuerdietonne.de.

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